Rittergutskirche Kleinliebenau

Rittergutskirche KleinliebenauKultur- und Pilgerverein Kleinliebenau e.V.
Die Rittergutskirche Kleinliebenau ist ein historisches Baudenkmal an der ehemaligen Via Regia. In einer Urkunde des Bischofs Heinrich IV., genannt Kindt wird das Bauwerk bereits im Jahre 1309 gegenüber dem Merseburger Domprobst Rychard erwähnt. Man vermutet, dass sie im Mittelalter Handelsreisenden Schutz bot und deshalb als Patronatskirche des heiligen Nikolaus anzusehen ist.
Die Rittergutskirche gelangte nach 1945 mit der Bodenreform in kommunales Eigentum und kam mit der Kommunalreform im Jahr 2000 an die Stadt Schkeuditz. Im Sommer 2005 verkaufte die Stadt das Bauwerk an den Leipziger Religionslehrer Henrik Mroska für einen symbolischen Euro und mit der Auflage, das Gebäude denkmalgerecht zu sanieren.
Der bauliche Zustand der Kirche musste nach fast 120 Jahren ohne wesentliche Erhaltungstätigkeit als äußerst kritisch eingeschätzt werden. Das desolate Dach gefährdete die gesamte Kirche mit ihrer wertvollen Inneneinrichtung, Vandalismus hatte die Bleiglasfenster geschädigt.
Es wurde noch im gleichen Jahr der Kultur- und Pilgerverein Kleinliebenau e.V. gegründet. Der Verein mit inzwischen über 70 Mitgliedern (Stand August 2012) möchte als Nutzungsinhaber das Gotteshaus als Ort der Einkehr und Begegnung erhalten und setzte sich in den vergangenen Jahren intensiv für die bauliche Rettung dieser “Perle in der Aue” ein.
Mit Unterstützung vieler verschiedener Beteiligter konnte die Rittergutskirche seitdem Stück für Stück in ihr altes Gewand zurückkehren. Mit dem Abschluss der Arbeiten an Turmhaube (Reparatur 2007) und Dach des Kirchenschiffs (2008) sowie der Überarbeitung der Bleiglasfenster war zunächst der elementare Schutz des Gebäudes vor Witterungseinflüssen wieder gegeben. 2009 wurden dringend nötige Arbeiten an Fassadenputz und Fundamenten durchgeführt. In den Jahren 2010 und 2011 erfolgte die Sanierung im Innenraum. Die Fundamente wurden trockengelegt, der Holzfußboden erneuert, anschließend die Wandornamente behutsam ergänzt und aufgefrischt. Im Herbst 2011 wurden die Ausmalungen der Empore sowie der Altar restauriert.
Im Jahr 2006 übernahmen Herr Michael Czupalla (Landrat des Landkreises Delitzsch) und Frau Esther Zeiher (Vorsitzende des “Ökumenischer Pilgerweg e.V.”) die Schirmherrschaft über den Kultur- und Pilgerverein Kleinliebenau e.V.
Seit Pfingsten 2006 zieht mit zahlreichen kulturellen und gottesdienstlichen Veranstaltungen neues Leben in das Kirchlein ein und – allen Baumaßnahmen zu Trotz – begeisterte und begeistert Publikum ganz unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Konfessionen und unterschiedlicher Geschmäcker.
Da die Kirche am Ökumenischen Pilgerweg liegt, wurde ein Anbau als Quartier für Pilger realisiert und diese Pilgerherberge im Mai 2009 eröffnet.
Seit Gründung des Kultur- und Pilgerverein Kleinliebenau e.V. im Oktober 2005 arbeiteten seine Mitglieder an zwei großen Zielen: Der Sanierung der verfallenen Kirche und der gleichzeitigen Wiederbelebung des Gebäudes als kulturelle und geistliche Begegnungsstätte. Die einzigartige Atmosphäre des Kirchenraumes dient dabei für Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen und Gottesdienste als angemessener Rahmen. Mit interessanten Inhalten gefüllt, gelang es in den letzten sechs Jahren die Kirche als ein Kulturzentrum wieder zum Mittelpunkt der dörflichen Gemeinschaft werden zu lassen, an der viele Besucher Anteil nehmen.
Kultur- und Pilgerverein Kleinliebenau
Gutshofstraße 15
04435 Schkeuditz / OT Kleinliebenau
www.kulturpilger.de