Marienkirche zu Horburg

Die Horburger Madonna und ihre Freunde
Nur wenige Minuten von der Rittergutskirche Kleinliebenau entfernt, entdecken die Pilger gen Westen eine eindrucksvolle Landmarke. Es ist der romanisch-gotische Feldsteinturm der Marienkirche zu Horburg. Die Kirche ist Heimstatt der Horburger Madonna, ein Werk des Naumburger Meisters. Um 1250 brachte der Merseburger Bischof die kostbare Madonnenskulptur in die Kirche unweit seiner Horburger Bischofsburg. Das Tränenwunder der Madonna machte den Flecken zu einem namhaften mittelalterlichen Wallfahrtsort. Dem Bischof und seiner Horburger Kirche bescherte die Marienwallfahrt ansehnliche Einkünfte. 
Mit der Reformation kam die Ächtung der Wallfahrt. Bald darauf versiegte das Tränenwunder. Die Madonnenanbetung lebte trotzdem fort. Vielleicht war es ein Machtwort, das im Jahre 1700 der Wallfahrt ein Ende setzte. Sprichwörtlich über Nacht verschwanden die Madonna und andere sakrale Kunstwerke. Zur lutherischen Pfarrkirche gehörten nun auch die Kirchen von Kleinliebenau und Zweimen. 
Im Jahre 1930 platze eine Sensation in die Kunst- und Kirchenwelt. Im Rahmen einer großen Kirchensanierung entdeckten Bauarbeiter die Jahrhunderte in den Altartisch eingemauerte Horburger Madonna. Fragmentiert und beschädigt zwar, entfaltete sie jenen geheimnisvollen Zauber, den der Naumburger Meister seinen Bildwerken verlieh. Alsbald wurde es wieder still um die Dorfkirche und ihre wertvolle Skulptur.
Die große Landesausstellung zum Naumburger Meister 2011 rückte die Horburger Madonna für ein paar Monate ins europäische Rampenlicht. Im Naumburger Dom durfte sie sich unter Ihresgleichen präsentieren.
Diese Erfahrung trug produktive Unruhe in die Reihen der Horburger Bürgerschaft. Mit einem Male standen Fragen im Raum. Warum ist die Dorfkirche verwaist und verschlossen? Was können die Bürger tun, um die wertvolle Skulptur weithin bekannt zu machen und restauratorisch zu erhalten? Wie kann Leben in die Kirche und damit in die Dorfmitte gebracht werden? Wie können Gelder mobilisiert werden? Wie gestalten wir eine Willkommenskultur für die Pilger?… Die Antwortsuche mündete 2013 in die Gründung des Freundeskreises Horburger Madonna. Er ist eine Bürgerinitiative im besten Sinne; selbständig und unabhängig, aber Hand in Hand mit der Kirchgemeinde. 
Von Mai bis Oktober ist die Pilgerkirche mittlerweile Offene Kirche. Einmal im Monat laden wir zum Café in der Kirche ein. Zentral ist für uns die (Werkstatt-)Arbeit für und mit Kinder(n), bzw. Familien. Große und kleine Leute an die Orgel, Kinder und Eltern auf Geschichtspfade, Kinder und Erwachsene ins Hörspiel, die szenische Lesung und ins Theaterspiel…Partnerschaften mit der Deutschen Stiftung Lesen, FH Merseburg und Körper-Stiftung helfen dabei. 
Mehr denn jeh braucht die Gesellschaft Orte des Religiösen, der Stille und Spiritualität. Das ist und bleibt die Horburger Marienkirche. Sie beginnt sich aber gerade auch zu einem offenen, lebendigen Erfahrungs-, Erlebnis- und Lernort zu wandeln.
Freundeskreis Horburger Madonna
Burgauenstraße 52
06237 Leuna OT HORBURG-MASSLAU
www.horburger-madonna.de